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LLM-Regulierung als Frage der Meinungsfreiheit?

Was wäre, wenn die Regulierung von Large Language Models plötzlich nicht mehr nur Technologiepolitik wäre, sondern ein Fall für die Meinungsfreiheit? Dann würde aus einer Debatte über Sicherheit, Haftung und Kontrolle sehr schnell eine Debatte über Grundrechte. Genau hier setzt das Paper von Eugene Volokh, Mark A. Lemley und Peter Henderson an. Die Autoren argumentieren, dass der Output generativer KI rechtlich als geschützte Rede verstanden werden könnte. Nicht unbedingt, weil die KI selbst Rechte hat, sondern weil ihre Entwickler:innen und vor allem ihre Nutzer:innen Rechte haben, Informationen zu empfangen und mit Hilfe der Systeme selbst zu kommunizieren. Für die USA ist das ein starker Gedanke. Für Deutschland ist er interessant, aber deutlich weniger belastbar. Was ist das ökonomische Grundproblem? Im Kern geht es um die Kontrolle von Informationsproduktion. Staaten wollen Risiken von LLMs begrenzen: Desinformation, Manipulation, Diskriminierung oder gefährliche Inhalte....

Installation von ssl (OpenSSL) nativ auf MacOS ohne Homebrew

Für ein Forschungsprojekt benötigte ich SSL auf meinen Rechnern (alle MacOS) eine Version von SSL, um Verbindung mit einer Remote-Webseite aufnehmen zu können.  Leider ist OpenSSL ist seit ca. 2015 nicht mehr Teil von MacOS. Fast alle Anleitung im Netz empfehlen die Nutzung von MacPorts oder Homebrew. Beide Varianten haben Vorteile, jedoch kamen sie für mich, hier aus nicht weiter relevanten Gründen, nicht in Frage. Ich habe daher nach einer nativen Installation gesucht, jedoch keine Anleitung gefunden, die die Installation vollständig auf meinem System (iMac, 27-inch, 2020, Ventura, 13.5.2) ermöglichten. Daher hier die Anleitung, da sie vielleicht jemanden hilft.

Will die EU Zahlungen für Blut-, Sperma- und (Brust-)Milich-Spenden streichen?

Die EU befindet sich gerade in der Endphase der Verabschiedung einer neuen Regulierung . Auf den ersten Blick nichts Außergewöhnliches, doch inhaltlich bedeutet sie, dass keine finanziellen Anreize an Spender*innen von Blut, Sperma, Brustmilch und anderen Substanzen menschlichen Ursprungs gezahlt werden. Die Begründung dafür wirkt, insbesondere aus ökonomischer Sicht, recht kurzsichtig: "MEPs insist that donations of those substances must always be voluntary and unpaid, with donors able to receive compensation or reimbursement for losses or expenses incurred during the donation process. They stress that compensation should not be used as an incentive to recruit donors, nor lead to the exploitation of vulnerable people. " [Hervorhebung durch mich] In Anlehnung an diese Argumentation könnte man behaupten, dass Polizisten ein deutlich geringeres Gehalt als den Mindestlohn erhalten sollten. Dies, um sicherzustellen, dass niemand aufgrund von finanziellen Nöten diesen Beruf ergrei...

Endowment und Frage nach der Bewertung

Wenn wir den Wert von Gütern bestimmen wollen, können wir ein kleines Experiment durchführen. Man gibt der einen Gruppe der Teilnehmer, sog. „Verkäuferinnen“, zufällig ein Produkt, z.B. Kaffeetasse. Diese Personen dürfen die Tasse behalten, können sie aber auch wieder an den Experimentator:innen verkaufen. Dann sagen sie, welchen Mindestbetrag sie für die Tasse haben möchten. Eine andere Gruppe, sog. „Käuferinnen“ die keine Tasse bekommen hat, kann die Tasse von den Experimentator:innen kaufen. Sie geben dann an, wie viel sie maximal dafür ausgeben würden. Und damit nicht das Problem aufkommt, dass jemand gerade knapp bei Kasse ist oder sich reicher fühlt, weil er eine Tasse hat, gibt es noch eine dritte Gruppe, sog. „Wählerinnen“. Diese Gruppe kann wählen, ob sie Geld oder die Tasse will. Es zeigt sich oft , dass die Leute, die die Tasse besitzen, mehr Geld dafür verlangen, als die Käufer bereit sind zu zahlen. Bei Dingen wie Tassen, Schokolade oder Lotterielosen liegt dieses Verhält...

Werden Frauen im Beruf häufiger angeschrien?

Yellin' at Yellen: Gender Bias in the Federal Reserve Congressional Hearings ist ein neues Paper von James Bisbee, Nicolò Fraccaroli und Andreas Kern.  Die Autoren analysieren  die Protokolle aller Kongressanhörungen, an denen die Vorsitzenden der US-Notenbank von 2001 bis 2020 teilgenommen haben, um einen sorgfältig identifizierten Effekt von Sexismus zu ermitteln, wobei sie Janet Yellen als eine Art von ’Treatment’ verwenden. Die Autoren  stellen fest, dass Gesetzgeber, die in diesem Zeitraum sowohl mit Yellen als auch mit mindestens einem anderen männlichen Fed-Vorsitzenden es zu tun hatten, Yellen häufiger unterbrechen und in einem aggressiveren Ton mit ihr sprechen. Besonders interessant: Die Zunahme der Feindseligkeit, die Yellen im Vergleich zu ihrem unmittelbaren Vorgänger und Nachfolger erfährt, tritt bei den Abgeordneten mit Töchtern nicht auf.  Die (wenigen) Untersuchungen scheinen darauf hinzudeuten, dass die Geburt von Kindern einen Einfluss a...

Wie wirken sich die Staatsausgaben auf das Risiko von Aktienmärkten aus?

Die Kurzantwort lautet: sie senken das Risiko, gemessen mit der Volatilität. Gleichzeitig gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Staatsausgaben die Renditen von Aktienmärkten erhöhen.  In einer clever angelegten empirischen Analyse untersuchen  Cortes, Vossmeyer und Weidenmier  die Aktienmarktvolatilität in Kriegszeiten. Sie finden Hinweise, dass die US-amerikanische Aktienmarktvolatilität in Kriegszeiten sehr niedrig ist. Dieses scheinbar erstaunliche Ergebnis, nach dem die Aktienvolatilität in den als unsicher empfundenen Kriegszeiten niedrig ist, erklärt sich damit, dass die Investoren die Cash-Flows der Unternehmen aufgrund der Staatsausgaben einfacher prognostizieren können. Insbesondere die Rüstungsbranche weist niedrige Aktienmarktvolatilität auf; das lässt sich gerade auf die Staatsausgaben während der Kriegszeiten zurückführen. Abb. 1. Tabelle 2 aus ...