Eine gut gelaunte, aber ernst gemeinte Zusammenfassung eines aktuellen Essays Der Aufsatz „Will AI Improve Undergraduate Economics Education?“ von Matthew E. Kahn liest sich wie ein ehrlicher Lagebericht aus dem Inneren der universitären Lehre. Es ist geschrieben von jemandem, der sein Fach liebt, aber sehr genau sieht, dass „weiter so“ keine Option mehr ist. Kahn argumentiert nicht technikverliebt, sondern ökonomisch: KI ist ein neuer Produktionsfaktor im Bildungsprozess. Die entscheidende Frage ist nicht, ob sie genutzt wird, sondern wie . Das Grundproblem: Studierende, KI und zu wenig Zeit Kahn startet mit einer unbequemen Beobachtung: Viele heutige Studierende sind schlechter vorbereitet als frühere Kohorten. Weniger mathematische Grundlagen, geringere Konzentrationsfähigkeit, Lernlücken durch COVID. All das trifft auf ein Studium, das sich strukturell kaum verändert hat. Gleichzeitig ist KI immer verfügbar, geduldig, g...
In meinem früheren Beitrag habe ich versucht, das viel diskutierte Szenario aus dem Citrini Research Paper modelltheoretisch einzuordnen. Dort wird ein möglicher KI-bedingter Wirtschaftskollaps skizziert, allerdings ohne ein explizites makroökonomisches Modell. Um diese Argumentation analytisch greifbar zu machen, habe ich in meinem Beitrag ein einfaches makroökonomisches Rahmenmodell formuliert. Dieses zeigt: Unter bestimmten, allerdings sehr extremen, Parameterkonstellationen kann selbst ein positiver KI-Produktivitätsschock zu einem Rückgang des realisierten Outputs führen. Der zugrunde liegende Mechanismus basiert auf einer Kombination aus einem starken Rückgang des Arbeitsanteils am Einkommen, heterogenen marginalen Konsumneigungen der Haushalte, sowie möglichen Finanzverstärkungsmechanismen. Meine eigene Einschätzung ist allerdings: Solche Parameterkonstellationen sind theoretisch möglich, aber empirisch sehr unwahrscheinlich. Der Wert eines solchen Modells liegt nicht darin, ei...