In der empirischen Ökonomie ist eine „saubere Identifikation“ oft maßgebend: Instrumentalvariablen, Difference-in-Differences, Randomized Controlled Trials. Das ist gut und wichtig, aber nur weil ein Effekt kausal ist, erklärt er noch nicht viel von der beobachteten Variation. Viele identifizierte Effekte sind real, aber klein im Vergleich zu den großen Bewegungen in Beschäftigung, Einkommen oder Aktienkursen. Das Lehrstück Saubere Kausalität isoliert exogene aber häufig sehr geringe, Schwankungen (z. B. über Instrumente, Fixed Effects, Grenzfälle). Das liefert eine glaubwürdige Ursache-Wirkung-Aussage, aber der Preis ist, dass wir viel Variation wegwerfen. Ergebnis: Der Effekt ist kausal richtig, erklärt aber oft nur einen kleinen Teil des Gesamtbilds. Genau diese Trennung von kausal und relevant ist die zentrale Pointe dieses Beitrags. Paradoxon der Kausaliät Je strenger wir Identifikation betreiben, d...
Über Denkfehler von Anlegern, nachhaltige Geldanlage und gute Fragen im Podcast. In der zweiten Folge meiner Podcast-Reihe im Bremer Börsenschnack ging es um zwei Themen, die für Anlegerinnen und Anleger heute besonders relevant sind: Behavioral Finance und Sustainable Finance (ESG) . Gemeinsam mit den hervorragend vorbereiteten Hosts Patrick Paech und Sascha Otto haben wir darüber gesprochen, warum Anleger oft nicht rational handeln, welche Denkfehler immer wieder auftreten, und wie man sich mit einfachen Regeln selbst austricksen kann. Im zweiten Teil der Folge stand ESG im Fokus: Wie stark beeinflussen Nachhaltigkeitskriterien tatsächlich Bewertungen und Anlageentscheidungen? Wo liegen Chancen, wo Risiken und wo beginnt Greenwashing? Auch die Frage nach möglichen Renditenachteilen nachhaltiger Investments wurde aus wissenschaftlicher Sicht eingeordnet. Besonders angenehm war erneu...