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Vermögensaufbau für junge Menschen

Ich hatte ein angenehmes und sehr professionell vorbereitetes Interview mit Dirk Reineke von der Nordwest Zeitung zum Sparen und Vermögensaufbau. "Nachhaltiger ist es, sich einmalig von der mentalen Last zu befreien und auf positive Folgeeffekte zu setzen. Beides gehe mit dem Abotrick: Genau so wie Dienstleister, die natürlich nur bei Vertragsabschluss nach Einzugsermächtigung fragen und danach stumm kassieren, könne man sich auch selbst den zuvor ermittelten Sparbetrag auf ein zweites Konto überweisen. Das habe den Effekt, dass man ihn aus den Augen verliere und nicht immer wieder aufs Neue darüber nachdenken müsse, anlegen zu müssen, erklärt Varmaz." Lest das Interview in voller Länge!

Verfügbarkeit von Informationen und Endowment-Effekt

Eine nahliegende Idee für die Auflösung des Endowment-Effektes könnte in der Informationsverfügbarkeit liegen. Käuferinnen und Verkäuferinnen haben unterschiedlichen Zugang zu Informationen und bewerten daher die Produkte unterschiedlich. 


Eine größere Zugänglichkeit zu (relevanten) Information kann die Bewertung von Produkten in zwei Weisen beeinflussen und somit das Bewusstsein oder die Gewichtung der Information beeinflussen. Erstens kann es ändern, welche Informationen den Menschen zum Zeitpunkt der Bewertung bewusst sind oder ignoriert werden. Käuferinnen einer Immobilie denken vielleicht häufiger an ihr altes Dach, an das die Verkäuferinnen vielleicht nicht denken. Zweitens können Menschen während der Bewertung dieselben Informationen kennen, diese aber aufgrund von Unterschieden in ihrer Zugänglichkeit unterschiedlich gewichten. Käufer und Verkäufer einer Immobilie könnten sich beide des alten Dachs bewusst sein, aber diese Information könnte für Käufer zugänglicher sein und daher in ihrer Bewertung stärker gewichtet werden. 

Die meisten wissenschaftlichen Belege deuten darauf hin, dass die Zugänglichkeit die Informationen ändert, derer sich Käufer und Verkäufer bewusst sind oder die sie ignorieren, und nicht darauf, wie sie Informationen gewichten. Käufer und Verkäufer erkennen und erinnern sich eher an relevante Informationen als an nicht relevante Informationen [z.B. hier].  Darüber hinaus erhöht das Zugänglichmachen von relavanten Informationen nicht deren Einfluss auf die Bewertung. Das Auffordern von Käufern und Verkäufern, über relevante Informationen nachzudenken, ändert die Lücke zwischen Willigness-To-Pay (WTP) und Willigness-to-Accept (WTA) nicht [z.B. hier, hier]. 

WTP-WTA-Lücken erhöhen sich sogar mit der Zeit, die Forschungsteilnehmenden gegeben wird, bevor sie Lotteriebewertungen vornehmen [hier]. Dies scheint einer einfachen Erklärung zu widersprechen, nach der WTP-WTA-Lücken abnehmen sollten, wenn die Menschen mehr Zeit haben, alle Auszahlungen (=Informationen) zu berücksichtigen.

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