Was wäre, wenn die Regulierung von Large Language Models plötzlich nicht mehr nur Technologiepolitik wäre, sondern ein Fall für die Meinungsfreiheit? Dann würde aus einer Debatte über Sicherheit, Haftung und Kontrolle sehr schnell eine Debatte über Grundrechte. Genau hier setzt das Paper von Eugene Volokh, Mark A. Lemley und Peter Henderson an. Die Autoren argumentieren, dass der Output generativer KI rechtlich als geschützte Rede verstanden werden könnte. Nicht unbedingt, weil die KI selbst Rechte hat, sondern weil ihre Entwickler:innen und vor allem ihre Nutzer:innen Rechte haben, Informationen zu empfangen und mit Hilfe der Systeme selbst zu kommunizieren. Für die USA ist das ein starker Gedanke. Für Deutschland ist er interessant, aber deutlich weniger belastbar. Was ist das ökonomische Grundproblem? Im Kern geht es um die Kontrolle von Informationsproduktion. Staaten wollen Risiken von LLMs begrenzen: Desinformation, Manipulation, Diskriminierung oder gefährliche Inhalte....
Yellin' at Yellen: Gender Bias in the Federal Reserve Congressional Hearings ist ein neues Paper von James Bisbee, Nicolò Fraccaroli und Andreas Kern. Die Autoren analysieren die Protokolle aller Kongressanhörungen, an denen die Vorsitzenden der US-Notenbank von 2001 bis 2020 teilgenommen haben, um einen sorgfältig identifizierten Effekt von Sexismus zu ermitteln, wobei sie Janet Yellen als eine Art von ’Treatment’ verwenden. Die Autoren stellen fest, dass Gesetzgeber, die in diesem Zeitraum sowohl mit Yellen als auch mit mindestens einem anderen männlichen Fed-Vorsitzenden es zu tun hatten, Yellen häufiger unterbrechen und in einem aggressiveren Ton mit ihr sprechen. Besonders interessant: Die Zunahme der Feindseligkeit, die Yellen im Vergleich zu ihrem unmittelbaren Vorgänger und Nachfolger erfährt, tritt bei den Abgeordneten mit Töchtern nicht auf. Die (wenigen) Untersuchungen scheinen darauf hinzudeuten, dass die Geburt von Kindern einen Einfluss a...