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Vermögensaufbau für junge Menschen

Ich hatte ein angenehmes und sehr professionell vorbereitetes Interview mit Dirk Reineke von der Nordwest Zeitung zum Sparen und Vermögensaufbau. "Nachhaltiger ist es, sich einmalig von der mentalen Last zu befreien und auf positive Folgeeffekte zu setzen. Beides gehe mit dem Abotrick: Genau so wie Dienstleister, die natürlich nur bei Vertragsabschluss nach Einzugsermächtigung fragen und danach stumm kassieren, könne man sich auch selbst den zuvor ermittelten Sparbetrag auf ein zweites Konto überweisen. Das habe den Effekt, dass man ihn aus den Augen verliere und nicht immer wieder aufs Neue darüber nachdenken müsse, anlegen zu müssen, erklärt Varmaz." Lest das Interview in voller Länge!

Wenn Banken schnell mal aufräumen

Stell dir vor: Silvester steht vor der Tür, die Gäste kommen gleich und deine Wohnung sieht wie ein Schlachtfeld aus. Anstatt gründlich aufzuräumen, stopfst du einfach alles in den Schrank. Von außen wirkt’s perfekt, aber wehe, jemand öffnet die Tür.

Genau dieses Spiel treiben auch große Banken, sogenannte G-SIBs (Global Systemically Important Banks). Kurz vor dem Jahresende „putzen“ sie ihre Bilanzen: riskante Posten werden abgebaut, Verbindlichkeiten reduziert und alles sieht sicherer aus. Doch gleich im Januar kommt alles wieder zurück.

Kamil Pliszka und Carina Schlam haben in einem Arbeitspapier der Deutschen Bundesbank dies untersucht und die Ergebnisse sind eindeutig. 

 

Tabelle 2 aus dem Arbeitspapier

In Tabelle 2 aus dem Arbeitspapier sieht man die Kennzahlen, die in den Blick genommen wurden: Gesamtvermögen, ausgegebene Schulden, Derivate, komplexe Level-3-Assets und Handelsbestände. Genau dort wird getrickst.




In Tabelle 3 aus dem Arbeitspapier wird es spannend: Am Jahresende schrumpfen G-SIBs ihre Bilanzposten deutlich stärker als andere Banken, im Schnitt doppelt so stark. Und im ersten Quartal danach? Zack, alles wieder zurück. Ein klassisches „V-Muster“.




Die Autoren haben das auch mit aufwendigen Regressionsanalysen getestet. In Tabelle 4 zeigt sich: G-SIBs reduzieren zum Jahresende systematisch ihre Bilanzposten und zwar hochsignifikant (die vielen Sternchen in der Tabelle sind das Forscher-„Hurra, das ist echt!“).

Warum das wichtig ist
  • Schein statt Sein: Banken wirken stabiler, als sie sind.
  • Marktverzerrung: Wenn viele gleichzeitig abbauen und zurückkaufen, wackeln die Preise unnötig.
  • Mehr Risiko: Mit zu wenig echtem Kapital sind Banken in Krisen anfälliger.
  • Kurz gesagt: Window-Dressing ist der Instagram-Filter der Bankenwelt: hübsch, aber nicht ehrlich.
Für Anleger, Politik und Bürger bedeutet das: Wenn Banken am Jahresende glänzende Bilanzen präsentieren, sollte man sich fragen, ob sie nicht gerade nur den Schrank zugedrückt haben.


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