Ich hatte ein angenehmes und sehr professionell vorbereitetes Interview mit Dirk Reineke von der Nordwest Zeitung zum Sparen und Vermögensaufbau. "Nachhaltiger ist es, sich einmalig von der mentalen Last zu befreien und auf positive Folgeeffekte zu setzen. Beides gehe mit dem Abotrick: Genau so wie Dienstleister, die natürlich nur bei Vertragsabschluss nach Einzugsermächtigung fragen und danach stumm kassieren, könne man sich auch selbst den zuvor ermittelten Sparbetrag auf ein zweites Konto überweisen. Das habe den Effekt, dass man ihn aus den Augen verliere und nicht immer wieder aufs Neue darüber nachdenken müsse, anlegen zu müssen, erklärt Varmaz." Lest das Interview in voller Länge!
Im laufenden Semester bin ich Gastprofessor (Adjunct Professor) in Cincinnati, OH, USA. Die Stadt ist fabelhaft und meiner Meinung nach definitiv einen Besuch wert.
Über die Uni hatte ich die Gelegenheit, (wieder einmal) einen Vortrag von Stephen Kotkin von der Princeton University zu besuchen. Das Generalthema des Vortrages war 'sphere of influence'. Dem Inhalt seines Vortrages stimme ich absolut zu. Neben vielen interessanten Einsichten und sehr, sehr viel Detailwissen haben mich am meisten die folgenden Punkte bewegt:
- Allen geht es gut, aber alle klagen. Das scheint ein weiterverbreitetes Phänomen in den entwickelten Industrienationen zu sein. Warum ist so? Kotkin diskutiert diesen Punkt lange und bietet mehrere Thesen an; u.a. schlägt er auch vor, dass es vielleicht nicht allen gut geht. Er bringt das persönliche Beispiel seines Vaters an, der ohne Uni-Ausbildung und als Arbeiter sich ein Haus leisten konnte. Nach Kotkin ist derartiges heute in den USA nicht mehr möglich.
- Den Westen nennt eine gemeinsame Einflusszone, die gemeinsame Werte teilt. Die aktuellen Verwerfungen innerhalb des Westens führt er auf seinen unglaublichen Erfolg zurück, mit dem die Eliten und die Politiker nicht umzugehen wüssten. Gerade diesen Punkt finde ich sehr interessant. Es scheint so zu sein, dass der eigene Erfolg zu einer Verblendung der Eliten und der Politiker führt. Die Eliten und die Politiker vergessen (oder vernachlässigen) die Ursachen des eigenen Erfolgs, unternehmen weniger Anstrengung (bzw. ruhen sich auf dem Erfolg aus) und nehmen an, der Erfolg wird andauern und bei allen ankommen. Der Erfolg komme aber nicht bei allen an. Die Konsequenzen seien die Ergebnisse der US-Wahlen, Brexit etc.
- Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Westen, genauso wenig die die UdSSR, wird nicht durch den Einfluss von außen scheitern, sondern, falls es passierte, durch eine innere Implosion (weil wir im Erfolg scheitern).
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